Brotfrucht (Artocarpus altilis)

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Familie der Moraceae - Maulbeerbaumgewächse 
Engl.: breadfruit, breadnut 
Franz.: fruit à pain, arbra à pain 

Nährwert (pro 100g): 
90 kcal, 377 kJ
1.3g Eiweiss, 0.5g Fett
20.1g Kohlenhydrate 

Botanik:
Brotfrüchte wachsen an 15-20m hohen, immergrünen Bäumen mit grossen, sehr dekorativen Blättern. In allen Tropenländern wird er als Zier- und Nutzbaum angebaut. Das Holz mancher Arten eignet sich hervorragend für den Bootsbau. Der Milchsaft dient zum abdichten der Boote und der Rindenbast liefert Flecht- und Bindematerial. Die bis zu 2kg schweren Früchte gehören in allen Anbauländern zu den wichtigsten Gemüsepflanzen. 

Herkunft:
Die Brotfrucht stammt aus dem Gebiet der Sunda-Inseln und Polynesien. Als erste berichteten der britische Kapitän Cook und der Naturforscher Sir Joseph Banks über die erstaunlichen Früchte, die gebacken ähnlich wie Weizenbrot schmecken. Die Brotfrucht wurde in der neuen Welt vor allem durch britische Plantagebesitzer verbreitet, die sie als billiges und nahrhaftes Lebensmittel für die schwarzen Sklaven anpflanzen liessen. Dies soll den schlechten Ruf der Brotfrüchte in der Karibik begründet haben. 

Anbaugebiete:
Überall in den Tropen. 

Import:
Hauptsächlich aus Thailand, Malaysia und Brasilien. 

Frucht
· Essbar ist die Frucht und die kastanienartigen Samen. 
· Brotfrüchte haben eine runde, grüne, schlangenlederartige Schale und einen dicken Stiel, der sich wie ein ovaler Sporn im Inneren der Frucht fortsetzt. 
· Das Fruchtfleisch ist fest, saftig, gelbweiss und samenlos oder mit 2-3 grossen braunen Samen. 
· Der Geruch erinnert an rohen Rhabarber, mit zunehmender Reife leicht an eine Mischung aus überreifen Ananas, Bananen und Mangos. 
· Geschmacklich ist die Brotfrucht mild wie Kartoffeln, mit zunehmender Reife wird sie eher fruchtig und erinnert auch hier an eine Mischung aus Ananas und Mangos. 
· Reife Früchte von guter Qualität haben eine gelbgrüne bis grünbraune Schale. 
· Die Schale unreifer Früchte ist grün, die Frucht ist hart und das Fruchtfleisch faserig und trocken. 
· Das Fruchtfleisch überreifer Früchte ist matschig und unangenehm säuerlich. 

Anwendung:
· Gegart. 
· Samen gekocht oder geröstet. 

Vorbereitung
· Die Frucht mit einem scharfen Messer halbieren, schälen und den Sporn herausschneiden. 

Lagerung
· Ganze Früchte sind ca. 3 Tage bei Zimmertemperatur haltbar 
· Aufgeschnittene, reife Früchte sind maximal 1 Tag in einem kühlen Raum (Keller) haltbar. 
· Die Frucht in einem nicht zu trockenen Raum bei Zimmertemperatur nachreifen. 

Tipps:
· Beträufeln Sie eine aufgeschnittene Frucht mit Zitronen- oder Limettensaft, damit sie sich nicht verfärbt. 

Gerichte:
· Die Frucht schälen, in Scheiben schneiden, etwa 6 min. in Salzwasser garen, abgiessen und als Beilage wie Pellkartoffeln mit Butter, Salz und Pfeffer servieren. 
· Die unreife ganze Frucht mit 1 ½ Tassen Wasser in eine ofenfeste Form geben und im Ofen etwa 1 Stunde weich backen. Danach halbieren und heiss mit Salz und Pfeffer oder Zucker und Butter anrichten. 

Geschichte:
Die Meuterei auf der Bounty ist keine Erfindung Hollywoods. Sie hat tatsächlich stattgefunden. Nämlich am 28.4.1789 auf der Rückreise von Tahiti, wo im Auftrag der britischen Regierung 1000 Brotfruchtbäume für die Karibik geladen worden waren. Kapitän Bligh wurde mit 18 seiner Leute von den Meuterern ausgesetzt. Zuerst gelang ihnen das Kunststück, in einem offenem Boot über 3500 Seemeilen bis nach Timor zurückzulegen. Dann segelte Bligh erneut nach Tahiti, brachte die Bäume an ihren Bestimmungsort und grub 1793 einen davon eigenhändig auf der Karibikinsel St.Vincent ein. Noch Heute steht er dort im Botanischen Garten und ist so berühmt, dass Königin Elisabeth II. in der Nähe dieses "Urbaumes" 1966 einen Ableger pflanzte.