Johannisbrot (Ceratonia siliqua)

Familie der Leguminosae - Schmetterlingsblütler 
Engl.: carob 
Franz.: caroube 

Nährwert (pro 100g):
Keine Angaben 

Botanik:
Die über 10 m hohen, immergrünen Bäume tragen büschelweise gelbgrüne, bohnenähnliche Schoten. Diese Hülsen werden im September unreif von den Bäumen geschlagen und an der Sonne oder in Spezialöfen getrocknet. Später werden sie so als Johannisbrot verkauft. 

Herkunft:
Der Johannisbrotbaum stammt aus dem südlichen Mittelmeerraum und Arabien. Er gehört zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Seine Bezeichnung nach Johannes dem Täufer geht auf das 14. Jahrhundert zurück, als man begann, seine ledrigen Früchte mit der kargen Kost zu verbinden, die der Bussprediger während seiner 40 Tage in der Wüste zu sich genommen haben soll. Der Johannisbrotbaum ist inzwischen im gesamten Mittelmeerraum verbreitet, und seine Schoten wurden als Viehfutter verwendet oder galten als nahrhaftes Lebensmittel für Arme. 

Anbaugebiete:
Er wird überall dort angebaut, wo auch Zitrusfrüchte angebaut werden. 

Import:
Johannisbrot wird in Form ganzer Schoten, das süsse Mark verarbeitet als Pulver (Alternative zu Kakao) importiert. Daneben werden feine schokoladeartige Produkte aus diesem "Carob" angeboten. Die Samen werden zu Johannisbrotkernmehl gemahlen, welches in der Vollwert- und vegetarischen Küche als Ersatz für Gelatine verwendet wird. Diese Produkte erhalten Sie Naturkostläden oder Reformhäusern. Importiert wird Johannisbrot während des ganzen Jahres aus Spanien, Italien (Apulien und Sizilien), Nordafrika, Portugal, Zypern und Griechenland. 

Frucht:
· Essbar ist das Fruchtmark. 
· Die Schale ist ungeniessbar. 
· Die Samen sind nur verarbeitet geniessbar. 
· Johannisbrot riecht leicht penetrant und etwas ranzig. 
· Der Geschmack erinnert an Honig, angenehm süss. 
· Die Schoten werden ca. 20cm lang und ca. 3cm breit. 
· Die Form erinnert an die der Bohnen. 
· Die Schale ist dunkelbraun, glänzend und lederartig. Im Innern ist sie in mind. 12 gleich grosse Kammern aufgeteilt. 
· Die Samen sind flach, oval, hart und glänzendbraun. 
· Das Fruchtmark liegt mit den Samen in den Kammern, ist braunrot, klebrig und süss. 

Anwendung:
· Fruchthülsen zum Naschen wie Bonbons. 
· Carob-Pulver für Süssspeisen und Gebäck. 
· Das Mehl zum Andicken von Saucen, Suppen und Cremes. 

Vorbereitung:
· Die Fruchthülsen waschen und in Stücke teilen, denn Schälen kann man sie nicht. 
· Kauen Sie diese Stücke bis sie nicht mehr süss sind. Die trockene Haut und die Samenkerne sollten Sie ausspucken. 
· Zur Verwendung von Carob und Johannisbrotkernmehl lesen Sie bitte die Verpackungsangaben. 

Lagerung
· Trocken, kühl und luftig gelagert halten ganze Schoten viele Wochen. 
· In aufgebrochenen Hülsen trocknet das Fruchtmark langsam aus. 

Tipps
· Kaufen Sie zum Rohessen nur die dicken, saftigen Sorten. 
· Sobald Sie die Kerne klappern hören, eignet sich die Frucht nicht zum Rohessen. 

Geschichte:
Die Samen des Johannisbrots haben ein ziemlich einheitliches Gewicht von 0.18 Gramm. Sie wurden von Apothekern und Juwelieren als Gewichte gebraucht und aus der griechischen Bezeichnung für die Frucht (keration) entwickelte sich über das Arabische qirat das Deutsche "Karat" als Mass für die Reinheit von Gold und Edelsteinen. Die ursprüngliche Bedeutung war "Hörnchen", weil die Samen leicht gebogen sind.