Knollenziest (Stachys affinis)

Familie der Labiatae - Lippenblütler
Engl.: Chinese artichoke
Franz.: crosne du Japon, crosne

Nährwert (pro 100 g):
keine genauen Angaben

Botanik:

Chinesische Dichter sollen die Ziestknolle mit Jadeperlen verglichen haben. Gemüseexperten fühlen sich an Engerlinge oder Raupen erinnert, andere eher an Rosenkranz oder Perlschnur. Knollenziest ist eine ca. 30 - 45 cm hohe Staude, an deren Wurzelspitze sich die essbaren Knöllchen bilden.

Herkunft:

Die ersten aus Japan, Mittel- und Nordchina stammenden Knollen kamen gegen Ende des 19. Jahrhunderts von China nach Frankreich. Sie wurden 1882 in Crosne von M. Pailleux, dem Vize- Präsidenten des Botanischen Gartens angepflanzt. Inzwischen gehört der Knollenziest zum traditionellen Gemüse Frankreichs. Obwohl er 1887 der britischen "Royal Horticultral Society" vorgestellt wurde, blieb der Knollenziest im übrigen Europa ein Exote.

Anbau:

Angebaut wird die Knolle in China, Japan, England, Belgien, Neuseeland, Frankreich und der Schweiz. Geerntet wird sie im Herbst, wenn Blätter und Stengel abgestorben sind. Dann werden die Knollen ausgegraben und in feuchtem Sand im Keller gelagert. Sie können aber auch im Boden bleiben und bei Bedarf geerntet werden, da die Knolle winterhart ist.

Import:
Knollenziest wird vorwiegend aus Frankreich importiert (Oktober bis März).

Frucht:

- Die Knollen sind mitsamt Haut essbar.
- Sie haben eine Grösse von 1 - 2 cm im Durchmesser und sind ca. 2 - 5 cm lang.
- Knollenziest ist spindelförmig mit regelmässigen einschnürungen.
- Er ist cremeweiss bis gelblich.
- Das Fleisch ist zart, knackig und weiss; etwa wie Spargel.
- Etwas erdig im Geruch.
- Geschmacklich erinnert die Knolle an Artischocken oder Schwarzwurzeln.
- Zeichen guter Qualität sind helle und straffe Haut, saftig wie frische Spargeln und leicht zu brechen.
- Trockene, braun verfärbte Knollen mit Trieben sind ein Zeichen von minderer Qualität. 

Anwendung:
- Roh oder gegart.

Vorbereitung:

- Kalt abspülen unter fliessendem Wasser und die Enden abschneiden.
- Zur Entfernung der Haut: Knollen in einem mit groben Salz bestreuten Küchentuch reiben.

Lagerung:

- Frische Knollen sind im Kühlschrank bis 2 Tage haltbar. 

Tipps:
- Da die Knöllchen von Hand ausgegraben werden, sind sie teuer.

Gerichte:
- Zerkleinert in Wasser aufkochen und unter püriertes Gemüse mischen.
- Mit Sauce und Kräutern wie Spargel.
- Als Suppe zu Miesmuscheln.